Ordnung der Wissenschaft





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Aktuelle Nummer

 

Der Europäische Verbund territorialer Zusammenarbeit (EVTZ) als Rahmen universitärer Kooperation

 

Uwe Blaurock und Johanna Hennighausen ▪▪▪ Although the European Grouping of Territorial Cooperation (EGCT) as a European legal form of cross-border collaboration implemented by the Regulation (EG) No 1082/2006 and revised by the Regulation (EU) No 1302/2013 has already existed for 10 years now, the EGCT is still a new and partly unknown instrument of transnational cooperation. Until now, 57 EGCTs have been created, mostly between regional authorities to strengthen and reinforce ...

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Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK): Das zentrale Steuerungsorgan der nationalen Wissenschafts-
förderung

 

Volker M. Haug ▪▪▪ Die Finanzierung des deutschen Wissenschaftssystems ist wesentlich durch das föderale System der Bundesrepublik geprägt. Danach obliegt die Finanzierung von Wissenschaft und Hochschulen grundsätzlich den Ländern. Als Teil der sogenannten Kulturhoheit stellt dieses Politikfeld einen der wesentlichen politischen Gestaltungsspielräume auf Landesebene dar. Nach dem strikten Trennungsgrundsatz ...

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Governcance-Modelle für nicht staatliche Hochschulen – zum Akkreditierungsleitfaden des Wissenschaftsrates

 

Georg Sandberger ▪▪▪ Die Zahl nicht staatlicher Hochschulen in Deutschland ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Nach der amtlichen Statistik stehen von insgesamt 399 Hochschulen 238 Staatlichen Hochschulen 161 anerkannte nicht- staatliche Hochschulen gegenüber. Gemessen an der Zahl machen die nicht staatlichen Hochschulen 25%, gemessen an den Studierendenzahlen dagegen nur 5% der Gesamtzahl aller Studierenden aus. Die unterschiedlichen Größenordnungen nicht staatlicher ...

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Promotion und Straftaten

 

Sebastian Schmuck ▪▪▪ Nach den Hochschulgesetzen der Länder soll eine Dissertation eine selbstständige wissenschaftliche Arbeit und einen wissenschaftlichen Fortschritt darstellen. Im Schrifttum bestand bisher weitgehend Einigkeit, dass der Doktorgrad allerdings nicht nur die Fähigkeit zur selbständigen wissenschaftlichen Arbeit bescheinigt, sondern eine darüber hinausgehende akademische Würdigung und auch eine verliehene akademische Würde darstelle, die eine entsprechende Würdigkeit ...

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Der persönliche Anwendungsbereich des WissZeitVG – Anmerkung zu BAG Urteil vom 29. April 2015 – 7 AZR 519/13

Tobias Mandler und Markus Meißner ▪▪▪ Der siebte Senat des BAG beschäftigte sich in seinem Urteil vom 29. April 2015 erneut mit dem persönlichen Anwendungsbereich des WissZeitVG. Fraglich war, ob der Kläger, eingestellt als Lehrkraft für besondere Aufgaben, dem wissenschaftlichen Personal nach § 1 Abs. 1 S. 1  WissZeitVG zuzurechnen ist.1 Nach § 2 Abs. 1 S. 2 Hs. 1 WissZeitVG ist die Befristung von Arbeitsverträgen des in § 1 Abs. 1 WissZeitVG genannten Personals nach abgeschlossener Promotion ...

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Kommentierungen zu den Landeshochschulgesetzen – ein Überblick –

 

Susanne Lutz ▪▪▪ Nach Art. 70 Abs. 1 GG steht den Ländern die Gesetzgebungskompetenz für das Hochschulwesen zu und somit die Möglichkeit zu eigenen Hochschulgesetzen. 1969 wurde dem Bund aber zusätzlich eine Rahmengesetzgebungs- kompetenz zugestanden, um ein Minimum an einheitlicher Gestaltung im Hochschulbereich zu gewährleisten. Mit dem 1969 verabschiedeten Hochschulrahmengesetz (HRG) konnte der Bund ...

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Informationen

Manfred Löwisch ▪▪▪ Seit 2014 gibt § 38 Absatz 4 Urheberrechtsgesetz wissenschaftlichen Autoren das Recht zur Zweitveröffentlichung. Sind ihre Beiträge im Rahmen einer mindestens zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln geförderten Forschungstätigkeit entstanden, können sie diese zwölf Monate nach der Erstveröffentlichung in einer Zeitschrift allgemein öffentlich zugänglich machen. § 44 Absatz 6 des neu gefassten...

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Ausgegraben:
Studirfreiheit

 

Carl Theodor Welcker ▪▪▪ Wir kommen nun zu dem zweiten Hauptbestandtteil der akademischen Freiheit, dem der Lern- oder Hör- und sonstigen Freiheit der Studirenden, der mit dem ersten (der Lehrfreiheit) unmittelbar zusammenhängt und ebenfalls verschiedene Seiten hat. Zunächst ist dieselbe Studirfreiheit, das heißt freie, selbstsändige Entscheidung ...

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Informationen:

 

Auszug aus dem Entwurf des Koalitionsvertrags zwischen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg und der CDU Baden-Württemberg

2016 - 2021

"4. EXZELLENT, VIELFÄLTIG, VERANTWORTLICH IN WISSENSCHAFT, FORSCHUNG UND KUNST

HOCHSCHULLAND(SCHAFT)

Baden-Württemberg zeichnet sich durch ein besonders dichtes, leistungsstarkes und vielfältiges Hochschulund Forschungssystem aus. Wir stärken die Hochschulen mit ihren jeweiligen Profilen und entwickeln die hohe Qualität unseres differenzierten Hochschulsystems weiter. Eine besondere Stärke unseres Wissenschaftslands liegt in der engen Kooperation von hochschulischer und außerhochschulischer Forschung. Die hochschul- sowie hochschulartenübergreifende Kooperationen wollen wir – auch im Bereich der Infrastruktur – fördern und ausbauen.

HOCHSCHULEN BRAUCHEN FREIRÄUME Unser Leitbild ist die eigenverantwortliche Hochschule. Ihre Freiräume werden wir sichern. Im Zusammenspiel mit der Wirtschaft und gesellschaftlichen Akteuren schaffen Hochschulen die Grundlagen für Wohlstand und die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen – etwa die Energiewende, die Digitalisierung oder Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

GLEICHWERTIG: BERUFLICHE UND AKADEMISCHE BILDUNG Unsere Hochschulen sind national und international wettbewerbsfähig und tragen durch ein hochwertiges Studienangebot zur Deckung des Fachkräftebedarfs im Land bei. Weil für uns berufliche und akademische Bildung gleichwertig sind, werden wir besonders die Durchlässigkeit zwischen Hochschulbildung und beruflicher Bildung in beide Richtungen verbessern.

TRANSPARENZ UND DIALOG Zur Verantwortung handlungsfähiger Hochschulleitungen gehört es, Beteiligung in transparenten Verfahren zu organisieren. Dies gilt für die Mitglieder der Hochschule in ihrem jeweiligen Interessens- oder Verantwortungsbereich ebenso wie für den Austausch zwischen Hochschule und Gesellschaft. Bei der Umsetzung innovativer Beteiligungsverfahren unterstützen wir die Hochschulen.

UNBÜROKRATISCH, STRATEGISCH, FLEXIBEL Um die Strategiefähigkeit von Land und Hochschulen zu stärken sowie die Verwaltungseffizienz zu erhöhen, werden wir die kontinuierlich gewachsenen administrativen Aufgaben der Hochschulen reduzieren. Dies betrifft die Zusammenarbeit zwischen Ministerium und Hochschulen sowie hochschulinterne Prozesse. Dazu zählen etwa Berichtspflichten, Kontroll- und Nachweispflichten oder Berechnungsmodelle. Aber auch bei notwendigen Restriktionen wollen wir Spielräume erhöhen. Hierzu gehört beispielsweise eine kostenneutrale Flexibilisierung des Vergaberahmens auf der Zeitachse. Um den Sachverstand der Betroffenen in diese Prüfung einzubeziehen, setzen wir zeitnah eine Task Force „Bürokratieabbau und Strategiefähigkeit“ unter maßgeblicher Beteiligung von Angehörigen der Hochschulverwaltungen und -leitungen ein. Sie soll in einem für alle Hochschulangehörigen transparenten Verfahren Vorschläge erarbeiten.

DIGITAL@BW: DIGITALISIERUNGSOFFENSIVE WISSENSCHAFT Wir starten eine umfassende, hochschulübergreifende Digitalisierungsoffensive. Die Hochschulen unterstützen wir dabei, die Chancen zu nutzen, die die Digitalisierung im Bereich der Lehre und des Campus-Managements eröffnet. Darauf bezogene Digitalisierungsprojekte werden wir in einer landesweiten Strategie zusammenführen und sichtbar machen. Wir wollen die digitale Infrastruktur für Forschung und Lehre ertüchtigen. Wir streben an, bei der Besetzung von Gremien Online-Wahlen zu ermöglichen. Wie kein anderes Land lebt Baden-Württemberg von wissenschaftsgetriebenen Innovationen in Hochtechnologiebereichen. Diese Spitzenstellung wollen wir sichern und weiter ausbauen. Dabei nutzen wir die Chancen der Digitalisierung in entscheidenden Zukunftsfeldern. Wir nutzen die Spitzenstellung Baden-Württembergs auf dem Feld des High Performance Computing, um auch im Bereich Smart Data neue Synergien zu schaffen.

BEDEUTEND: PRIVATE HOCHSCHULEN Wir bekennen uns zur wichtigen Rolle der staatlich anerkannten Hochschulen in privater Trägerschaft als Teil der Hochschullandschaft in Baden-Württemberg. Große Bedeutung haben besonders die kirchlichen Hochschulen mit ihren spezifischen Studienangeboten. Wir werden die Förderung der staatlich anerkannten Hochschulen wettbewerblich und orientiert am gesellschaftlichen Bedarf weiterentwickeln. Wir prüfen, sie in geeigneten Fällen in staatliche Ausschreibungsprogramme einzubeziehen.

EUROPÄISCHE UND INTERNATIONALE STRATEGIE Gemeinsam mit den Hochschulen werden wir unter besonderer Berücksichtigung der europäischen Dimension eine Internationalisierungsstrategie für Baden-Württemberg ausarbeiten und umsetzen. Ziel ist, Baden-Württemberg noch besser in den weltweiten Wissensnetzwerken und auf den globalen Bildungsmärkten zu platzieren. Wir wollen weltweit Top-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und talentierte Studierende gewinnen und so auch einen Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs leisten.

VORAUSDENKEN UND KLUG INVESTIEREN Mit den Hochschulen werden wir für die Zeit nach Auslaufen des Hochschulfinanzierungsvertrags „Perspektive 2020“ erneut einen langfristigen Hochschulfinanzierungsvertrag abschließen, um ihre finanzielle Basis auch zukünftig verlässlich zu sichern. Wir setzen dabei auf Finanzierungsinstrumente, die der Vielfalt unserer Hochschulen mit ihren jeweiligen Profilen entsprechen. Wir unterstützen unsere Universitäten mit ihrer besonderen Forschungsstärke, auch um in der neuen Runde der Exzellenzinitiative erfolgreich sein zu können, insbesondere mit einer angemessenen Anschubfinanzierung in der Bewerbungsphase. Für Vorhaben, die im Rahmen einer künftigen Exzellenzinitiative erfolgreich sind, stellen wir den Landesanteil zusätzlich im Haushalt zur Verfügung. Laufende, bewährte Exzellenzvorhaben sichern wir durch Fortführung der Landesförderung ab. Die Pädagogischen Hochschulen sowie die Kunst- und Musikhochschulen unterstützen wir weiter bei ihrer Profilbildung. Hochschulen, die – wie die Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) und die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) – in den letzten Jahren einen überproportionalen Ausbau von Studienplätzen erfolgreich bewerkstelligt haben, wollen wir die nachhaltige Finanzierung besonders für den Aufbau von Studienplätzen zusichern. Wir werden uns auf Bundesebene für die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung einsetzen.

BAUEN, SANIEREN UND ENERGIE EINSPAREN Wir planen im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten einen Hochschulinvestitionspakt (HIP) für den Neubau-, Sanierungs- und Investitionsbedarf sowie den zusätzlichen Flächenbedarf, der im Forschungsbereich und aufgrund des massiven Anstiegs der Studierendenzahlen entstanden ist. Bestandteil dieses Pakts soll auch sein, Effizienzreserven zu heben und neue Finanzierungsmodelle zu entwickeln. Der HIP soll eine transparente Priorisierung der anstehenden Vorhaben enthalten. Besonders die energetische Sanierung stellt zusätzliche Anforderungen, denen wir u.a. mit Contracting-Modellen für die Energieversorgung und -einsparung begegnen werden. Die Barrierefreiheit ist dabei zu berücksichtigen. Wir möchten sicherstellen, dass die 2019 auslaufenden Entflechtungsmittel, die zweckgebunden für den Hochschulbau zur Verfügung stehen, nach der Neuordnung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen nicht wegfallen, sondern weiter in mindestens gleicher Höhe für Hochschulbau und Ausstattung zur Verfügung stehen. Wir wollen eine Anhebung der Mittel entsprechend der bauspezifischen Preissteigerung seit 2007 vornehmen.

BESTE BEDINGUNGEN FÜR WISSENSCHAFTLERINNEN UND WISSENSCHAFTLER SCHAFFEN Wir wollen die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für Baden-Württemberg gewinnen. Dazu gehören auch die im Hochschulfinanzierungsvertrag festgeschriebenen fairen Arbeitsbedingungen, zu denen die Hochschulen sich verpflichtet haben. Die Juniorprofessur entwickeln wir zu einer eigenständigen Tenure-Track-Professur weiter, die anderen Professuren gleichberechtigt ist. Die Zahl der Tenure-Track-Professuren werden wir steigern. Beschäftigungsbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs sind unter dem Aspekt der Planbarkeit akademischer beziehungsweise nicht akademischer Karrieren durch frühzeitige und transparente Personalplanungen und Entscheidungen zu verbessern. Die bereits begonnenen Maßnahmen zur Qualitätssicherung der Promotion führen wir fort. Wir stärken das Angebot an strukturierten Promotionskollegs, auch in Kooperation zwischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Wir sorgen dafür, dass sich die Konvente von Doktorandinnen und Doktoranden zu starken Stimmen an den Hochschulen weiterentwickeln können. Wir führen eine eigene Statusgruppe für Promovierende ein. Die Bedingungen für die Qualifizierungsphase werden wir zudem dadurch verbessern, dass wir gemeinsam mit den Hochschulen zunehmend auf Stellen statt auf Stipendien setzen möchten. Lehrbeauftragte sind für die praxisorientierte Lehre unabdingbar und haben eine bedeutsame Rolle an den Hochschulen. Aufbauend auf den Zielvereinbarungen des Hochschulfinanzierungsvertrags behalten wir die Lehrbeauftragten an den Musikhochschulen besonders mit dem Ziel im Auge ihre Rolle auf ihren ursprünglichen Zweck zu konzentrieren.

GLEICHSTELLUNG UND VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND WISSENSCHAFT VORANBRINGEN Wir benötigen die Kreativität aller klugen Köpfe. Deswegen sind Diversity und Gleichstellung wichtige Aufgaben der Hochschulen. Wir unterstützen Frauen auf dem Weg zur Professur. Hierzu nutzen wir strukturelle Instrumente und Maßnahmen der Einzelförderung und möchten sie bedarfsgerecht weiterentwickeln. Die Chancengleichheit von Männern und Frauen verbessern wir durch Qualitätsleitfäden für Berufungsverfahren. Wir erwarten von den Hochschulen, dass sie den Anteil von Professorinnen signifikant erhöhen und werden sie auf dem Weg dahin unterstützen. Wir stärken Dual-Career-Angebote, auch um im internationalen Wettbewerb die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewinnen zu können. Wir wollen ermöglichen, dass das Studium so gestaltet werden kann, dass es individuelle Lebenslagen – etwa die Betreuung von Kindern oder Angehörigen oder ehrenamtliches Engagement – berücksichtigt. Den Anforderungen an Planbarkeit von akademischen Karrierewegen für den wissenschaftlichen Nachwuchs widmen wir unter dem Aspekt der Gleichstellung besondere Aufmerksamkeit. Unser Ziel ist ein effizientes und transparentes Nachwuchssystem. Um die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Studium zu verbessern, wollen wir Teilzeitstudienmodelle und andere Formen flexibler Studiengestaltung fördern und ausbauen.

LEISTUNGSFÄHIG, FORTSCHRITTLICH, MENSCHLICH - UNIVERSITÄTSMEDIZIN STÄRKEN Die Universitätsmedizin in Baden-Württemberg bietet Krankenversorgung und medizinische Wissenschaft auf höchstem Niveau. Unser Ziel ist es, die Spitzenstellung der baden-württembergischen Universitätsmedizin zu sichern. Die Universitäten und in die in der Medizintechnik engagierten Hochschulen unterstützen wir dabei, den rasanten Wandel der Medizin durch die Entwicklung neuer, individualisierter Diagnose- und Therapieverfahren und den Einsatz digitaler Technologien (Telemedizin) weiter voranzutreiben und nutzbar zu machen. Wir helfen den Universitäten, für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler Freiräume für die medizinische Forschung zu eröffnen.

INNOVATIVE TECHNIK FÜR MODERNE MEDIZIN Wir unterstützen innovative Projekte und Ansätze in der Medizin, um die medizinische Grundlagenforschung und Krankenversorgung noch näher zusammenbringen. Transferleistungen zum Wirtschaftszweig Medizintechnik stärken wir. Gemeinsam mit den Einrichtungen der Universitätsmedizin werden wir die wissenschaftliche Forschung im Bereich der Komplementärmedizin und die geschlechterdifferenzierte Weiterentwicklung der Medizin voranbringen.Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Leistungen der Universitätsmedizin angemessen vergütet werden. Die Universitätskliniken sind Träger des wissenschaftlichen Fortschritts in der Medizin und leisten besondere Beiträge bei der Behandlung schwerstkranker Patienten.

SONDERBAUPROGRAMM FÜR UNIVERSITÄTSKLINIKEN Den besonderen Anforderungen der Hochschulmedizin möchten wir durch ein Sonderbauprogramm für Universitätskliniken begegnen. Dabei soll die wissenschaftliche Profilierung der einzelnen Einrichtungen berücksichtigt werden.

FORSCHUNGSLAND(SCHAFT)

Wir brauchen die Ideen der Wissenschaft, um die großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu meistern und den Wohlstand unseres Landes zu erhalten. Wir sorgen dafür, dass Baden-Württemberg die europäische Forschungsregion Nummer eins bleibt.

FORSCHUNGSLEUCHTTÜRME BAUEN Wir wollen herausragende Spitzenforschung fördern. Dies gilt besonders für die Kooperation von Universitäten mit Instituten der Max-Planck-, der Leibnitz- und der Fraunhofer-Gesellschaft sowie der Helmholtz-Gemeinschaft in relevanten Zukunftsfeldern, die sich in Zusammenarbeit mit Unternehmen zu international sichtbaren Leuchttürmen entwickeln sollen. Forschungsleuchttürme im Bereich von Mobilität und Nachhaltigkeit sowie die geplanten Forschungsverbünde zu den Themen intelligente Systeme (Cyber Valley) oder Lebenswissenschaften unterstützen wir mit Sonderforschungsmitteln. Das Karlsruher Institut für Technologie entwickeln wir als Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft weiter. Der bundesweit einzigartigen Struktur tragen wir durch eine weitere Stärkung seiner Autonomie und seiner Handlungsspielräume bei Personal, Budget und Bau Rechnung und nutzen die neuen Spielräume des Artikels 91b Grundgesetz (Bund-Länder- Zusammenarbeit bei Hochschulen).

VERNETZEN, KOOPERIEREN, TRANSFERIEREN Die angewandte Forschung an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) bauen wir aus. Wir unterstützen die Anstrengungen der Hochschulen für angewandte Wissenschaften, das Baden-Württemberg Center for applied research (BW CAR) zu einer Plattform exzellenter, anwendungsorientierter Forschung weiter zu entwickeln. Weil immer weniger zwischen Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Forschung unterschieden werden kann, fördern wir die Vernetzung von wissenschaftlichen Einrichtungen mit unterschiedlichen Forschungsprofilen und stärken so die Rahmenbedingungen für durchgängige Innovationsketten. Dafür ist besonders eine enge Zusammenarbeit von Hochschulen mit den Forschungseinrichtungen der Fraunhofer Gesellschaft, der Innovationsallianz Baden-Württemberg und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrttechnik (DLR) entscheidend. Wir unterstützen unsere Hochschulen und Forschungseinrichtungen darin, verteilte Forschungsinfrastrukturen systematisch gemeinsam zu nutzen. Ziel ist, die Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu verbessern und eine optimale Auslastung zu gewährleisten.

DIALOG ZUR ETHIK IN DER FORSCHUNG Wir führen die Erforschung von Alternativmethoden zu Tierversuchen in der Forschung fort und bauen mit Modellprojekten die Förderung von Alternativmethoden in der Lehre aus. Wir beginnen einen landesweiten Dialogprozess zu ethischen Fragen der wissenschaftlichen Forschung.

FREIHEIT UND VERANTWORTUNG Die Forschungstätigkeit bedingt Freiheit und schafft Verantwortung. Deshalb werden wir die gesetzlich verankerte Transparenzklausel vor dem Hintergrund der Standards des vom Wissenschaftsrat beschlossenen Kerndatensatzes Forschung anpassen. Wir stehen gemeinsam für den Open-Access-Gedanken als einer zukunftsträchtigen Form, wissenschaftliche Erkenntnisse zur Verfügung zu stellen. Wir wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler darin bestärken, ihre diesbezüglichen Rechte wahrzunehmen.Wir werden die Open-Access-Strategie des Landes gemeinsam mit Hochschulen und Bibliotheken weiterentwickeln. Wir prüfen, ob baden-württembergische Open-Access-Zeitschriften durch das Land gefördert werden können und ob die Zweitveröffentlichungspflicht aufrechterhalten werden soll. Die Leistungsfähigkeit der Wissenschaften sichern wir, indem wir den Zugang zu Daten und die Möglichkeiten ihrer Nutzung weiter verbessern.

FORSCHEN FÜR DIE GESAMTE GESELLSCHAFT Stärken werden wir besonders die Beiträge der Sozial-, Geistes-, Kultur- und Religionswissenschaften, um die Herausforderungen in den Bereichen Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt zu bewältigen. Auch die Geschlechterforschung und die Beteiligungsforschung können hier wichtige Impulse setzen. Wir stärken die Arbeit der Familienwissenschaftlichen Forschungsstelle des Statistischen Landesamtes. Die Leistungsfähigkeit der Kleinen Fächer an den Hochschulen sichern wir im Rahmen der begonnenen Landesstrategie. Wir möchten neue Formen des Wissenstransfers wie Reallabore oder „citizen science“ auf der Basis der Begleitforschung weiter vorantreiben. Die landesweite Strategie zur Wissenschaft für Nachhaltigkeit entwickeln wir weiter. Einen besonderen Fokus legen wir dabei auf Ressourceneffizienz und den Erhalt der Biodiversität.

MUTIGE WISSENSCHAFT, TECHNOLOGIETRANSFER UND GRÜNDERGEIST UNTERSTÜTZEN Wir brauchen eine Gründerkultur, die von der Schule bis zur Universität unternehmerisches Denken vermittelt. Führungsqualifikationen sollen in Lehrpläne und Studienordnungen mit aufgenommen werden. Ausgründungen aus Universitäten und Hochschulen heraus wollen wir stärker unterstützen, damit der Wechsel von Studium und Wissenschaft ins eigene Unternehmen einfacher wird. Hochschulen als Zukunftslabore für Innovation sollen die Themen „Gründungen“ und „Innovation“ in ihren Studiengängen verankern. Wir werden prüfen, ob der vermehrte Einsatz von Technologietransfer- Professuren zu einer Verbesserung des Technologietransfers führen kann. Wir schaffen die Rahmenbedingungen dafür, dass wissenschaftliche Erkenntnisse als soziale wie technologische Innovationen erfolgreich in die Praxis gelangen. Dazu entwickeln wir neue Transferstrategien und möchten wo notwendig effiziente Unterstützungsstrukturen schaffen. Wir regen die Gründungskultur an unseren Hochschulen an und fördern die Bereitschaft und die Kompetenzen von Studierenden wie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Unternehmen zu gründen. Wir fördern den Technologietransfer und Gründungen aus den Hochschulen vor allem in den Bereichen der Hochtechnologie und der Ingenieurwissenschaften. Sie haben für den Wohlstand unseres Landes eine herausragende Bedeutung. Gemeinsam mit den Hochschulen und der Wirtschaft werden wir ein Modellprojekt zum Themenkomplex „Gründergeist“ und „Design Thinking“ entwickeln, das neue Impulse für die Ausbildung der Gestalterinnen und Gestalter unserer Gesellschaft von morgen setzt und geeigneten Studierenden insbesondere der Ingenieurwissenschaften aber auch anderer Fachdisziplinen den Besuch von Voll- und Ergänzungsstudiengängen ermöglicht. Hochschulen verstehen wir als regionale Innovationszentren. Wir möchten die Hochschulen dabei unterstützen, ihre Campus zu Zukunftslaboren für Innovationen zu machen und in ihren Studiengängen das Thema Innovation und Gründung zu verankern.

STUDIENLAND(SCHAFT)

Wir brauchen in Zukunft eine wachsende Zahl akademisch ausgebildeter Menschen, die in der Lage sind, eine sich rasch wandelnde, interkulturell geprägte und zunehmend komplexe Welt zu gestalten. Wir sichern die Qualität der Lehre an den Hochschulen und nutzen dabei konsequent die Chancen, die sich aus digitalen Lehr- und Lerninstrumenten ergeben. Die Hochschuldidaktik im Land werden wir stärken und besser vernetzen. Die Studienkapazitäten im Bachelor und Masterbereich möchten wir bedarfsgerecht weiterentwickeln. Die starke Spezialisierung und Ausdifferenzierung der Bachelor-Studiengänge wollen wir reduzieren. Ein zentrales Aufgabenfeld der Hochschulen ist die wissenschaftliche Weiterbildung. Deshalb unterstützen wir die Hochschulen dabei, sich auf diesem Feld noch stärker zu positionieren.

QUALITÄT AUF ALLEN EBENEN Gemeinsam mit den Hochschulen werden wir Maßnahmen entwickeln, die die Qualität des Studiums und den individuellen Studienerfolg auch angesichts steigender Heterogenität unter den Studierenden sichern. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf Verfahren zur Eignungsfeststellung und zur Auswahl von Studierenden, auf Vorbereitungskurse, auf individuelle Studieneingangsphasen, die den Studierenden Freiräume eröffnen, sowie auf die Förderung von besonders talentierten Studierenden. Wir entwickeln den Bologna-Prozess weiter und schaffen individuelle Freiräume für erfolgreiches Studieren. Ziel ist ein möglichst durchlässiges und flexibles Bildungssystem, das individuelle Wege zum Bildungserfolg und wissenschaftliche Weiterqualifizierung ermöglicht. Dabei geht es auch um den Quereinstieg ins Studium oder in die berufliche Ausbildung. Die Studienabbrecherquoten werden wir mit geeigneten Maßnahmen senken – besonders bei internationalen Studierenden und in besonders betroffenen Fächern.

LEHREN UND LERNEN MIT ERFOLG Die Lehrerbildungsreform werden wir umsetzen und die Hochschulen und Seminare weiter bei der Umsetzung unterstützen. Für den Übergang vom Bachelor in den Master wird es transparente Kriterien geben, die die Eignung für den Lehrberuf in den Mittelpunkt stellen. In den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) wollen wir mehr Studierende für das Lehramt an beruflichen Schulen gewinnen. Dazu unterstützen wir in diesen Fächern den Wechsel vom Fachbachelor in den Lehramtsmaster. Die Aufgaben der Pädagogischen Hochschulen in der Lehrerfort- und -weiterbildung werden wir unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Seminare stärken. Wir möchten gemeinsam mit Partnern eine Intersectoral School of Governance am Center for Advanced Studies der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Ergänzung zum Qualifizierungsangebot der Führungsakademie einführen. Im Sinne der Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Ausbildung sehen wir keinen Bedarf einer breiten Akademisierung bisheriger Ausbildungsberufe. Aufgrund des besonderen Bedarfs auf dem Arbeitsmarkt unterstützen wir derzeit neue Studiengänge lediglich in den Gesundheitsfachberufen. Die baden-württembergischen Studierendenwerke leisten wichtige Arbeit, damit ein erfolgreiches Studium möglich ist. Zu den vielfältigen Aufgaben gehören nicht nur die Bereitstellung von Wohnraum und Verpflegung, sondern auch die psychosoziale Betreuung, die Kinderbetreuung sowie Integrationsleistungen für ausländische Studierende. Dieses vielfältige Aufgabenspektrum unterstützen wir weiterhin. Hochschulen leisten wichtige Beiträge für die Integration von Flüchtlingen. Wir unterstützen sie dabei, ein Studium aufzunehmen: durch Beratungsangebote bei der Gestaltung der Studieneingangsphase sowie durch Sprach- und Vorbereitungskurse. Dabei gelten stets die hohen Qualitätsansprüche an Studium und Lehre. In der Lehrerbildung werden wir auf die neuen Anforderungen durch die Zuwanderung von Schülerinnen und Schülern reagieren. Ferner unterstützen wir Hochschulen bei der Qualifizierung von Sprachlehrkräften für Integrationskurse und stärken die Verankerung von Deutsch als Fremdsprache im Lehramtsstudium.

STARKE STIMME FÜR DIE STUDIERENDEN Eine lebendige Hochschule braucht studentische Beteiligung und eine starke Verfasste Studierendenschaft mit einem klaren hochschulpolitischen Mandat. Um mehr Rechtssicherheit zu gewährleisten, werden wir seine Anwendungsbereiche gegenüber den Betroffenen präzisieren. Wir werden die Transparenz über die Finanzen der Verfassten Studierendenschaft erhöhen und die Abläufe dort entbürokratisieren. Die eigenständige Vergabe eines Anteils der Qualitätssicherungsmittel für Studium und Lehre durch die Verfasste Studierendenschaft wollen wir beibehalten.

Wir führen keine allgemeinen Studiengebühren ein."

 

Nachfolge der Exzellenzinitiative: GWK bringt neue Bund-Länder-Vereinbarung zur Förderung von Spitzenforschung auf den Weg

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat heute die neue Bund-Länder-Initiative zur Förderung von Spitzenforschung an Universitäten verabschiedet. Mit dieser Vereinbarung setzen Bund und Länder die durch die Exzellenzinitiative begonnenen Anstrengungen zur Stärkung der Universitäten und des Wissenschaftsstandortes Deutschlands im internationalen Wettbewerb fort. Jährlich stellen sie hierfür 533 Millionen Euro... zum Volltext der Pressemitteilung der GWK vom 22. April 2016